Überhitzungsproblem durch Mikrofurchen?

    • Überhitzungsproblem durch Mikrofurchen?

      Hallo alle zusammen,

      ich habe seit einigen Monaten Überhitzungsprobleme mit einem AMD Phenom II X6 1095T. Erstmontage erfolgte mit Box-Kühler (Kupferplatte mit Heatpipes und Alu-Kühlrippen) und Xilence X5 Wärmeleitpaste. Im Idle lief er bei ca 33° unter stundenlanger Volllast nie höher als 65°.

      Nach ein paar Monaten fiel mir auf, dass der Rechner schon im Idle-Betrieb gute 55° erreichte. Nach dem Entfernen des Kühlkörpers musste ich feststellen, dass sich die Wärmeleitpaste stark verbraucht hatte. CPU und Kühlkörper wurden mit Isopropylalkohol (70%) gereinigt, die Paste neu aufgetragen und der Rechner wieder in Betrieb genommen. Die Temperaturen erreichten jedoch nie wieder die Werte wie beim ersten Mal.

      Das Spielchen mit dem neu auftragen und reinigen habe ich ein paar mal durchexerziert ohne dass sich irgendwas änderte. Ich hatte bereits zu Systemstart knapp 60° im idle.

      Heute habe ich die Wärmeleitpaste gewechselt und habe Arctic Cooling MX-4 ausprobiert, aber ohne irgendwelche Änderungen. Ich vermute, dass die Mikrofurchen auf dem Heatspreader und besonders auf dem Kühlkörper durch die alte Xilence Wärmeleitpaste gefüllt und nicht wirksam mit dem Isopropylalkohol davon befreit wurden. Daher meine Frage:

      Kennt jemand ein gutes Reinigungsmittel mit dem man rückstandsfrei selbst diese Mikroverschmutzungen (Fett,Öl) wirkungsvoll entfernen kann? Hatte vielleicht jemand schon dieses Problem und kann meine Theorie bestätigen? Hat jemand vielleicht noch ne andere Idee? (Kühlkörperunterseite und Rippen wurden gereinigt, alte Paste entfernt, Kühlkörper sitzt fest und plan auf der CPU, "nachjustieren" brachte auch nichts, Anpressdruck ist auch ausreichend vorhanden)
    • Danke für die Antwort! Ausgeglichen ists meiner Meinung ja, nur mit Fremdstoffen. Von Nagellackentferner wird an allen Ecken des Internets abgeraten, da die Additive einen Film zurücklassen. Bei reinem Aceton sähe die Sache anders aus.

      Da sich die Situation in nur wenigen Monaten so drastisch verschlechtert hat, schließe ich einen Prozessorfehler nicht aus. AMD hat das bei einem anderen Nutzer mit ähnlichen Überhitzungsproblemen als mögliche Ursache eingeräumt. Vielleicht hat sich irgendwas unter dem Heatspreader verändert. Gute Gelegenheit um mit AMDs Garantieabwicklung Erfahrung zu sammeln :)

      Zwischenzeitlich hab ich herausgefunden, dass Arctic ein spezielles Produkt zur Reinigung herausgebracht hat und das auch entsprechend gut sein soll. Dem werde ich wohl ne Chance geben bevor ich den Prozessor einschicke.

      Edit: Für diejenigen, die auf den Thread stossen, weil sie das selbe Problem haben, folgt jetzt die Auflösung des ganzen. Habe mir ArctiClean besorgt in der Hoffnung, dass die von Arctic so beschwörerisch als rohe Eier zu behandelnden Mikrofurchen tatsächlich dicht sind. Ausser Spesen nichts gewesen. Das Zeug ist nur teuer und umständlicher zu handhaben als Isopropylalkohol. Gebracht hats auch nichts.

      Ich habe dann durch ausgiebige Googlerecherchen erfahren, dass der Heatsink bei vielen CPUs fest auf den DIE gelötet wird und die Lötstelle manchmal abbaut und zu Überhitzungsproblemen führt. Ich habe daraufhin die AMD-Garantie in Anspruch genommen. Ich musste die CPU auf eigene Kosten ohne Kühlkörper in die Niederlande schicken (EUR 3,45 als Großbrief). Innerhalb von 7 Werktagen trudelte ein Päckchen bei mir ein und darin befand sich eine nagelneue, originalverpackte CPU mit Kühlkörper! Die CPU läuft jetzt mit dem selben alten Stock-Cooler bei 30°C im Idle und 55°C unter Vollast :)

      Fazit: Extra Ausgaben durch neue Wärmeleitpasten, Reinigungsmittel und Versandkosten. Aber dafür nach über einem Jahr Benutzung eine brandneue CPU zu erhalten und noch einen neuen Kühlkörper umsonst zu bekommen ist einfach unschlagbar! Die neue CPU ist auch neueren Produktionsdatums. Da sich die Garantie nach dem Datum richtet, habe ich jetzt sogar noch ein dreivierteljahr länger Garantie als unter der alten CPU :)

      Mich würde zu gerne interessieren, wie Intel solche Probleme handhabt und ob sie genau so großzügig sind.

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